Bei strahlendem Sonnenschein begrüßte die Vereinsvorsitzende zum schon traditionellen Radausflug des Vereins „Breitwiesen – Boden ist Leben“. Wegen der enormen Hitze musste der Radausflug um eine Woche verschoben werden. Hitze war auch eines der Themen bei diesem informativen Ausflug.
Ingrid Hagenbruch wies auf Untersuchungen hin, die zeigen, dass Temperaturunterschiede zwischen versiegelten Flächen und Bereichen mit Bewuchs und Baumbestand 10 Grad und mehr betragen können.

Das konnten die zahlreichen Teilnehmer selbst spüren, als sie von dem versiegelten Platz vor der Zulassungsstelle in den Schatten der Bäume auf dem Hammelsbrunnen einbogen. Dort erfuhr man einiges über den Anbau auf diesen kleinteiligen Grundstücken. Von da aus ging es in die Breitwiesen, zunächst zu Feldern mit üppig behangenen Apfelbäumen.
Dort erklärte Landwirtschaftsmeister Karl Bär den Obstanbau in der Region. Über die Tatsache, dass der 42ha große fruchtbare Feldflur vor 14 Jahren nach dem Willen des damaligen OB und der Mehrheit des Gemeinderats Gewerbegebiet hätte werden sollen, schüttelten viele den Kopf. Weiter gings auf den Feldwegen, wo ein angenehmer Luftzug etwas Kühle für die Radler brachte.
An den Versuchsfeldern am Röderweg erläuterte Stefan Müller seine Bewirtschaftungsform. Im Rahmen des Projekts „Bodenverbesserung und Klimaschutz“ wird eine der Flächen mit regenerativen Methoden besonders bodenschonend bearbeitet. Der Bewirtschafter der Fläche, Stefan Müller, erklärte das Prinzip der regenerativen Landwirtschaft , bei der es um Erhalt und Förderung des Bodenlebens geht, das gesunden Boden ausmacht. Der Ertrag steht dabei natürlich im Fokus. Bakterienkulturen im Boden heben die Bodenfruchtbarkeit, ohne dass der Boden tief bearbeitet werden muss. Durch Verbesserung des Humusgehalts und damit auch der Bodenfruchtbarkeit ergibt sich eine höhere CO2 Bindung und damit ein wesentlicher Beitrag zum Klimaschutz. Das Projekt des Vereins Breitwiesen, das über mehrere Jahre läuft, untersucht, speziell mit welchen Methoden der Bodenbearbeitung in Weinheim ein optimaler Beitrag zum Klimaschutz und zur CO2 Reduzierung in der Stadt geleistet werden kann. Die wissenschaftliche Begleitung des Projekts wird von der Stadt Weinheim finanziert.
Der Botaniker Siegfried Demuth zeigte den Interessierten Teilnehmern „Beikräuter“, unter anderem den bei Landwirten nicht gern gesehenen Windhalm sowie den Stechapfel, eine giftige Pflanze , die sich vor einiger Zeit auch an der Deponie angesiedelt hat.
Die abwechslungsreiche Tour endete am Hof von Fritz Pfrang, wo für Erfrischungen und das leibliche Wohl gesorgt war.
